geschichte-und-entwicklung

Pillnitzer Weinbau

Schon frühzeitig wurde unter den günstigen klimatischen Bedingungen in der Pillnitzer Flur der Weinstock angepflanzt. Erstmals berichtet eine Urkunde aus dem Jahre 1403 von einem Weinberg. Die Darstellung einer Weintraube auf dem Pillnitzer Dorfsiegel weist auf die damalige Bedeutung des Weinbaus hin. Neben dem bäuerlichen Weinberg „Rysselkuppe“ bestanden die zum Schloss gehörenden Weinberglagen „Großer Berg“ und „Hausberg“.

1981

1796 bis 1811 erfolgte eine umfassende Rekonstruktion des königlichen „Großen Berges“. 1827 wurde am Bergweg das neue Presshaus errichtet. Die Weinbergfläche reichte damals bis an den Bergweg und betrug innerhalb der 2,2 km ringsum verlaufenden Weinbergmauer ca. 17 ha. Der „Große Berg“ wurde zu einem der drei Musterweinberge im Elbtal und war für einen vorzüglichen Rotwein bekannt. Die drohende Reblausverseuchung Ende des 19. Jhds. führte zur Rodung der meisten Rebflächen – in Sachsen gab es um 1900 nur noch 20 ha.

Rebenausgabe 1982

Der „Hausberg“ (ca. 3 ha) wurde 1926 als Weinberg aufgegeben und für Häuserbebauung parzelliert. Bis auf die 1924 mit neuen Pfropfreben begonnene Versuchspflanzung im westlichen Weinberg wurden die Flächen für den Obstbau genutzt.

Schachten des Kabelgrabens für die Elektroanlage 1982
1983

1980 begannen Dresdner Freizeitwinzer die seit den 1960-er Jahren ungenutzten und verwilderten Terrassen in der Steillage neu aufzureben (6,2 ha). Nach 1989 wurden die am Hangfuß befindlichen Obstplantagen gerodet und wieder Weinreben gepflanzt. Im Jahr 2016 sind ca. 10 ha im „Großen Berg“ und 4,5 ha auf der „Rysselkuppe“ mit Wein bestockt. Im „Großen Berg“ befindet sich auch die 0,5 ha große Anlage für die Erhaltungszüchtung der Sorte Goldriesling.

Zeittafel

1403:

Erste Erwähnung des Weinbaues in Pillnitz.

1796 – 1811:

Umfassende Rekonstruktion des Großen Berges, die heute noch erlebbare Struktur mit Mauern, Treppen, Wasserführungen und Wächterhäusern wird angelegt.

Ab 1924:

Erste Pflanzungen von Pfropfreben im westlichen Institutsweinberg. Große Teile des Berges werden aber gerodet und für Obstbau genutzt.

Ab ca. 1965:

Zunehmende Verwilderung der Terrassen in der Steillage.

1977-1980:

Erste Versuche der Neuaufrebung durch Weinbauenthusiasten.

1980:

Beschluss des Rates der Stadt Dresden zur Aufrebung der Terrassen durch eine Winzersparte im Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter.

07.07.1980:

Gründung der Winzersparte „Weinberg Pillnitz“ im VKSK, später in der VdgB, Pacht der Steillagenflächen im Weinberg, Vergabe von 70 Parzellen an Freizeitwinzer, zum Vorsitzenden wird Rolf Götze gewählt.

1981-1986:

Rodung der verwilderten Terrassen und Aufrebung mit ca. 40.000 Reben. 

ab 1982:

Erschließung des Weinbergs mit Elektroenergie und einer Brauchwasserversorgung, Erhaltungsarbeiten an Mauern und Treppen.

Ab 1985:

Errichtung und Pflege des Weinlehrpfades am Leitenweg.

15.06.1990:

Neugründung als Weinbaugemeinschaft “Weinberg Pillnitz” e.V.

Seit 1991:

Umfangreiche Sanierungsarbeiten an den ca. 200-jährigen Trockenmauern. Mit Eigen- und Fördermitteln und Hilfe des SIB können Mauerschäden weitgehend beseitigt werden. Am Leitenweg werden ein Wächterhaus wird neu aufgebaut und zwei weitere grundlegend saniert.

1996:

Winzertochter Ines Hoffmann wird Deutschen Weinkönigin.

2011:

Zum 850-jährigen Jubiläum des Weinbaus in Sachsen wird der Rastplatz „Steinerner Tisch“ am Wanderweg in Schneiders Delle eingeweiht.

Ausblick